Fit machen für die OP

Im Anschluss an einen größeren Eingriff ist eine Reha die Regel, um wieder zu Kräften zu kommen.
Das ist richtig und wichtig. Genauso sinnvoll wäre nach Meinung der DAK-VRV, wenn bereits vor einer größeren (geplanten) Operation der Patient Kraft und Fitness tanken würde, um Leistungsreserven für Wundheilung und Wiederaufbau der Strukturen zu schaffen - also eine Präha (Prähabilitation)
vor der Reha.

Zahlreiche Studien haben gezeigt, je fitter ein Patient in die OP hineingeht, umso weniger Komplikationen treten auf, die Liegedauer auf der Intensivstation und allgemein im Krankenhaus wird kürzer. Besonders ältere Patienten profitieren von einer Präha, jüngere dann, wenn Risikofaktoren wie andere Erkrankungen oder starkes Übergewicht vorliegen.
Neben dem üblichen medizinischen Check-Up enthält eine Präha fallbezogen ein Trainingsprogramm zur Stärkung der körperlichen Fitness, ein Ernährungsprogramm, psychologische Betreuung und ggf. einen Rauchstopp. Laut Experten hat beispielsweise schon ein Rauchstopp von drei
bis vier Wochen positive Effekte.
Die DAK-VRV begrüßt es, dass bereits manche Kliniken Patienten vor der OP einbestellen und kräftigende Maßnahmen anbieten. Angesichts der überzeugenden Daten fordern wir jedoch, schon im ambulanten Bereich bei Diagnosestellung standardmäßig eine Präha einzuleiten. Das würde
nicht nur die postoperative Lebensqualität verbessern, sondern auch Krankenhauskosten senken und eine effektivere Reha ermöglichen. Fehlt nur noch die Motivation des Patienten!


Barbara Krell-Jäger, München